Richtlinien für die Freestyle-Runden

Die Freestyle-Runden werden nach dem D.I.S.C.S.-System angelehnt an das amerikanische UFO-System gerichtet.
Drive and Athleticism (Trieb des Hundes), Inguenity (Einfallsreichtum), Showmanship (Darstellung des Teams), catch ratio (Verhältnis der gefangenen vom Hund zu den geworfenen Scheiben) und Safety (von 10 vorhandenen Punkten werden Punkte für unsichere Sprünge und vom Werfer verschuldete schlechte Landungen des Hundes abgezogen)

Die maximal zu erreichende Punktzahl ist 50. Die ersten drei Kategorien werden im Bereich zwischen 1 und 10 mit 0,5 Punkt-Abständen gerichtet. Die catch ratio errechnet sich nach einer Tabelle. Es werden nur Würfe gezählt, bei denen die Scheibe fliegt und dann vom Hund gefangen wird. Vom Hund aus der Hand genommene Scheiben zählen nicht. Ein Roller wird dann gewertet, wenn der Hund diesen aufnimmt, ohne die Scheibe vorher umzuwerfen.

Zeitlimit

Freestylerunden haben eine Länge von 120 Sekunden. Die Zeit beginnt zu laufen, wenn die erste Scheibe die Hand des Werfers verlässt. Der countdown wird bei 60, 30 und 10 Sekunden gegeben.

Scheiben

Es dürfen bis zu 7 Scheiben gespielt werden. Die Wettkampfscheiben werden zur Verfügung gestellt, müssen aber nicht benutzt werden, wenn das Team diese sonst nicht spielt. In einem solchen Fall müssen die als Alternative zur gesponserten Wettkampfscheibe verwendeten Scheiben durch die Richter als spielbar bezeichnet werden.

Körperabsprünge (vaults)

Körperabsprünge sind in einer freestyle-Kür nicht zwingend vorgeschrieben. Auch führt das Zeigen dieser vaults nicht zwingend zu einer höheren Punktezahl. Wenn ein vault gezeigt wird, sollte dieser sehr kontrolliert und sicher ausgeführt werden. Spezielles Augenmerk sollte auf die sichere Landung des Hundes gerichtet werden. Wiederholtes Zeigen von vaults bzw. extreme Höhe der vaults wirkt wertungsmindernd.

Punktabzug

Die Verantwortlichen nehmen sich das Recht, bis zu 5 Punkte der erreichten Gesamtpunktzahl der Freestyle-Runde eines Teilnehmers abzuziehen, wenn dieser gegen die unter 2. genannten Sicherheitshinweise zu Gunsten des Hundes verstößt. In extremen Fällen haben die Organisatoren das Recht, einen solchen Teilnehmer zu disqualifizieren.

Musik

Teilnehmer sollten ihre eigene Musik auf einer CD mitbringen. Die CD muss deutlich gekennzeichnet sein, den Namen des Teilnehmers und die Nummer der zu spielenden Lieder tragen.

D.I.S.C.S.-System Richterrichtlinien

Drive and Athleticism (Trieb des Hundes): Bewertet wird der Beutetrieb des Hundes, seine Geschwindigkeit und Kondition, Sprungkraft und Kontrolle während des Sprunges und der Landung, sowie die Ausdauer des Hundes beim Fangen der Scheiben.

Ingenuity (Einfallsreichtum): Bewertet wird die Kreativität und die Wurftechnik des menschlichen Teampartners. Spezielle Beachtung finden hierbei die Fähigkeit des Werfers, die Scheiben für den Hund korrekt plaziert zu werfen sowie der insgesamte Anspruch der Kür. Widerholungen werden eher Punktmindernd gewertet.

Showmanship (Darstellung des Teams): Bewertet wird hier Teamwork, ansprechende Übergänge zwischen den Tricks, Interaktion zwischen Hund und Mensch sowie die generelle fließende Ablauf der Kür.

Catch Ratio (Verhältnis der vom Hund gefangenen zu den geworfenen Scheiben): Diese Punktezahl wird errechnet, indem die Anzahl der gefangenen Würfe durch die Anzahl der Gesamtwürfe geteilt wird. Dieser Wert wird mal 10 gerechnet und zum nächsten halben Punkt aufgerundet. Als Beispiel: 22 gefangene Scheiben, 30 geworfene = 22/30 *10 = 7,33333 aufgerundet auf 7,5 ergeben also eine catch ratio von 7,5. Um eine catch ratio von 10 zu erhalten müssen alle geworfenen Scheiben gefangen werden. Werte ab 9,9999 werden abgerundet.
Ein Bonus Punkt wird nach Ermessen der Richter für besonders ansprechende oder schwierige Elemente bzw. Tricks gegeben.
 

Safety (Sicherheit): Ausgehend von einer Gesamtpunktzahl von 10 werden hier Punkte für deutlich vom Werfer verschuldete "schlechte" Sprünge und Landungen des Hundes abgezogen. Je nach Schwere kann dieser Abzug zwischen 0,5 und 3 Punkten betragen. Sind die 10 Punkte "aufgebraucht", wird das Team für die entsprechende freestyle Runde aus der Wertung genommen, darf aber in der nächsten Runde erneut starten.

Welcher Hund ist für DiscDogging vom Gesundheitsaspekt geeignet?

Größe:
Prinzipiell ist jeder Hund für diesen Sport geeignet. Wichtig ist, dass der Mensch sich mit seinen Würfen ganz seinem Hund anpasst. Bei einem kleinen Hund sind viel flachere und kürzere Würfe zu spielen, als das bei einem Großen der Fall ist. Diese Beachtung der Größe zieht sich wie ein roter Faden auch durch die verschiedenen Sprünge und Tricks der Hunde.

Alter:
Da die meisten Hunde erst ab ihrem 18. Lebensmonat ihr Wachstum abgeschlossen  haben (manche große Rassen auch erst später), empfehlen wir auch erst ab dem 18. Lebensmonat mit "richtigem" Training zu beginnen. Bevor es also richtig los gehen kann, sind Roller angesagt, sowie die verschiedenen kleinen Kunststückchen (eine Rolle um sich selbst, Twist, Slalom durch die Beine laufen etc.)
Wie beim jungen Hund, sind auch beim älteren Hund spezielle Regeln zu beachten. Voraussetzung ist, dass er rundherum fit und gesund ist. Beim Spiel selbst ist verstärkt darauf zu achten, dass sich der Hund nicht verausgabt.
 

Rasse:

Keine Sorge man braucht keinen speziellen Rassehund um Freude an diesem Sport zu haben. Sicherlich gibt es Rassen die aktiver und arbeitsfreudiger sind als andere, aber es soll auch Border-Collies geben die eine fliegende Scheibe mit Verachtung strafen. Wichtig ist, das Sie Ihr Spiel dem Hund anpassen, 40-Meter Würfe sind unter Umständen zu weit für einen Jack Russel und Sprünge definitiv nichts für Hunde die rassebedingt zu Hüftleiden tendieren. Eine tierärztliche Untersuchung hilft Bedenken aus dem Weg zu räumen und Fehler zu vermeiden.


Wo kann ich spielen?

Die Wiese oder der Platz auf dem gespielt wird muss eben sein und der Untergrund weich.
Löcher oder Maulwurfshügel bergen große Verletzungsrisiken für Mensch und Hund, darum sollte der Boden unbedingt daraufhin untersucht werden. Ausreichend Platz muss gegeben sein, damit die geworfenen Scheiben samt Hund nicht erst kurz vor einem  Hindernis zum stehen kommen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist bei der Benutzung von öffentlichen Wiesen und Plätzen hoffentlich selbstverständlich.

Harter Untergrund, wie zum Beispiel Beton oder Stein, sowie gefrorener Boden sind absolut Tabu!

Welche Verletzungen können beim Scheiben fangen entstehen?

Sofern AUF JEDEN FALL NUR mit einer echten Hunde-Scheibe gespielt wird, ist das Verletzungsrisiko beim eigentlichen Fangen recht gering. Gelegentlich passiert es, dass sich der Hund beim Schnappen auf die Zunge beißt. Diese Verletzungen sind nach ein paar Schluck Wasser und 5 Minuten Spielpause jedoch bereits wieder Vergangenheit.

Auf keinen Fall darf mit nicht hundegerechten Scheiben gespielt werden, splitterndes Plastik kann den Hund ernsthaft verletzten. Hier am Material zu sparen geht auf Kosten des Hundes.

 

Körpersprünge

 

Auch wenn es einfach aussieht, Körpersprünge erfordern eine Menge Training von Hund und Halter. Die Scheibe aus vorgebeugter, gebückter Haltung für einen, über den Menschen springenden, Hund sicher zu werfen ist NICHTS für Anfänger. Auch ist diese Art Sprünge nicht für jeden Hund uneingeschränkt zu empfehlen. Wenden Sie sich unbedingt an einen Trainer oder einen erfahrenen Discdogger, bevor Sie dies für sich und Ihren Hund in Erwägung ziehen.


Wie wird Verletzungen vorgebeugt?


Es gilt: Ein Gramm Vorbeugung zählt mehr als eine Tonne Heilung.
Es sollte vom Tierarzt abgeklärt sein, dass die Knochen, Gelenke und Muskeln des Hundes in Ordnung sind und er sich in guter körperlicher Verfassung befindet. Vor jedem Training muss der Hund langsam aufgewärmt werden, die Körper- und Muskeltemperatur wird dabei langsam erhöht. Dies geschieht am besten
durch ausgiebige Bewegung,  gemeinsames Spiel mit Hundekumpeln sowie einigen Rollern. Hunde (Menschen übrigens auch) die gut trainiert und körperlich fit sind, haben ein deutlich geringeres Verletzungsrisiko. Stets muss der Hundehalter darauf achten, dass der Hund sich nicht überanstrengt, viele Hunde sind so „heiß“ auf die Scheibe, dass sie von allein nicht aufhören würden zu spielen.

Nach intensiven Spiel wie zum Beispiel bei Turnieren, ist es wichtig darauf zu achten dass sich Atem und Pulsfrequenz wieder normalisieren. Die beanspruchte Muskulatur sollte leicht bewegt werden, Körper und Muskeltemperatur sinken wieder ab.   
 

Würfe

 

Dieser Punkt unter dem Oberbegriff Gesundheit? Ja, und zwar unbedingt! Sie als Halter und Discdog-Partner haben die schwerste Aufgabe: Die Scheibe für den Hund sicher fangbar zu werfen und das klingt einfacher als es ist. Wenn Sie aber bereit sind fleißig (ohne Hund) werfen zu üben, werden Sie lange Freude an einer sehr abwechslungsreichen Sportart mit Ihrem Hund haben.


Was ist ansonsten noch zu beachten?


Bei jedem Spiel mit dem Hund muss immer genügend Trinkwasser für den Hund bereit stehen. Mindestens drei Stunden vor dem Training darf der Hund nicht gefressen haben, um Magendrehungen oder Übergeben unbedingt zu vermeiden.

DiscDogging soll Mensch und Hund Spaß machen. Mit Druck wird der Hund demotiviert und verliert die Lust am Spiel. Am Besten ist es, wenn in einem partnerschaftlichen Verhältnis miteinander gespielt wird.